Freitag, 31. Dezember 2010

Ein stürmisches Jahr

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, ist das für viele Menschen der Anlass, um zurückzuschauen. Ein Blick zurück auf die Vergangenheit. Längst verstrichene Zeiten. Längst erloschene Gefühle. Längst vollendete Taten. Längst durchlebte Geschichten.
Wir denken nach. Über unsere Erlebnisse. Waren sie schön? Oder traurig?
Über unsere Gefühle. Was ist geschehen? Warum fühle ich, wie ich fühle?  
Über Ziele. Konnte ich meine Ziele erreichen? Welche Ziele konnte ich noch nicht erreichen?
Über Glück. Hatte ich Glück? Fühlte ich das Glück? Oder habe ich es aus den Augen verloren?


Es sind diese und ähnliche Fragen, die ich mir jedes Mal am Ende eines Jahres stelle. 
Mein Jahr 2010 glich einem unruhigen, wilden Ozean. 
Stürmisch. Aufbrausend. Unberechenbar. 
Und ich war der Felsen, an dem sich die Wellen schlugen. Es war eine Welle von Geschehnissen, die unweigerlich auf mich zurollte. 
Zornig. Unbändig. Unaufhaltsam. 
Ich konnte nicht entkommen; nicht ausweichen. Nein, ich musste mich den Geschehnissen stellen und mit den Konsequenzen leben. Und immer wieder spürte ich das Salz auf meiner Haut. Das Salz meiner Tränen.
Wie ein Schiff auf hoher, stürmischer See, hatte auch ich Angst zu versinken. Versinken in einer Tiefe, aus der er es keinen Ausweg gibt. Eine Tiefe, die wirklich mehr als düster ist. Doch ich war wie der starke Fels in der Brandung. Ich hielt dem Kummer stand. Ich durchlebte den Sturm. Und überlebte ihn. 
Ich möchte nicht länger zurückschauen. Es ist an der Zeit, nach vorn zu schauen. 
Nun wird das Jahr in wenigen Stunden enden. Wie eine Spur im Sand wird es fortgespült und niemals wiederkehren, während das Neue bereits im Sande steht. Doch die Spuren in unseren  Herzen werden bleiben. 


Ich wünsche euch von Herzen nur das Beste für das neue Jahr!
Kommt gut hinein und feiert fröhlich und ausgelassen! (Aber nicht zu doll, meine Lieben...) ;-)

Alles Liebe,
Sandra

Montag, 27. Dezember 2010

Träume

Die Weihnachtszeit ist nun vorbei. Es war die Zeit der Geheimnisse, der Träume, Wünsche und Sehnsüchte. Haben sich eure Wünsche an Weihnachten erfüllt?

Leider können nicht immer alle Wünsche erfüllt werden. Nicht jeder Traum kann realisiert werden. Nicht jede Sehnsucht kann gestillt werden. Nicht jedes Geheimnis kann gelüftet werden.
Es gibt Träume, die immer Träume bleiben werden.
Und aus Träumen, die erfüllt werden, bilden sich neue Träume. So haben wir einen ewigen Kreißlauf. Schon als Kind träumen wir. Wir träumen auch als Jugendliche. Selbst wenn wir erwachsen sind, träumen wir. Unser ganzes Leben lang träumen wir. Nur mit dem Unterschied, dass sich unsere Träume im Laufe der Zeit wandeln. So wie wir uns verändern, verändern sich mit uns auch unsere Träume und Sehnsüchte. Unglücklicherweise ist das nicht bei allen Menschen so. Es gibt Menschen, die das Träumen scheinbar verlernt haben. Das ist wirklich sehr bedauernswert. Denn Träume sind wichtig. Sie geben uns die Kraft zu kämpfen und schwierige Zeiten zu überstehen. Sie geben uns neue Hoffnung. Sie erwecken in uns Phantasien und Illussionen. Sie schenken uns Mut und Zuversicht. Sie sind einfach etwas ganz Besonderes. Und sie sind wertvoll. Jeder Einzelne von uns hat seine eigenen, ganz unterschiedlichen Träume. Manche klein, unbedeutend. Manche groß, bedeutungsvoll.

Was besitzt ein Mensch noch, wenn er die Fähigkeit zum Träumen verloren hat?
In meinen Augen besitzt ein solcher Mensch rein gar nichts mehr. 

Einer meiner Träume war es, in diesem Jahr die Liebe zu finden. 
Dieser Traum hat sich nicht erfüllt. Stattdessen gab es  Enttäuschungen und Tränen.
Es ist enttäuschend zu erfahren, dass Liebe nicht erwidert wird.
Es ist verletztend, wenn man nicht die Zuwendung erhält, die man sich so sehnlichst wünscht.
Es ist unglaublich schwer sich einzugestehen, dass man einfach nicht zusammen passt. Dass man den falschen Menschen getroffen hat. Dabei hatte man doch so sehr gehofft, sein Gegenstück, sein Puzzleteil zu finden. 

Doch sollte ich nun aufhören zu hoffen? Sollte ich nun aufhören zu träumen?
Nein, das werde ich nicht. 
Die Hoffnung sagt, dass jeder Wunsch eines Tages erfüllt werden kann.
Manche Träume können realisiert werden. Manche Sehnsüchte können gestillt werden. Manche Geheimnisse können gelüftet werden. Eines Tages.
Der Traum geht weiter.
Der Traum wird niemals enden. 

Eine Welt wie sie mir gefällt

Habt ihr euch nicht auch schon manchmal vorgestellt, wie es wäre die Welt verändern zu können?

Es ist wahr, dass wir die Welt da draußen nicht verändern können. Auch wenn wir uns das manchmal sehnlichst wünschen würden. So mächtig die Menschen auch sein mögen: Es gibt Dinge, die niemand ändern kann. Wir können die Jahreszeit nicht ändern. Wir können das Wetter nicht ändern. Wir können alles Schreckliche dieser Welt nicht ändern. Wir können die Menschen nicht ändern.

Doch dafür besitzen wir die Fähigkeit, unsere eigene Welt verändern und gestalten zu können. Während es draußen stürmt und schneit, holen wir uns den Sommer einfach in unsere eigenen vier Wände. Sommerlieder bis zum Anschlag aufdrehen (und mitsingen!!!). Pläne für den nächsten Urlaub schmieden. Cocktails trinken. Eiscreme löffeln. Alte Fotos anschauen und in Erinnerungen schwelgen. Träumen.

Während es draußen regnet und heult, holen wir uns die Sonne einfach woanders in unsere Herzen. Durch ein Treffen mit Freunden. Durch ein liebes Wort. Durch eine Umarmung. Durch einen Kuss.

Während draußen Schreckliches passiert, sorgen wir dafür, dass neben all dem Negativen auch Gutes geschieht. Während wir einsehen, dass wir die Menschen nicht ändern können, können wir uns selbst ändern. Denn wir haben die Macht-Macht über uns und unsere eigene Welt. Eine Welt, wie sie uns gefällt. Eine Welt voller Liebe, Wärme und Freude. 

Freitag, 24. Dezember 2010

Es weihnachtet sehr...

Die Glocken klingen, die Kirche ist prall gefüllt; die Lichter strahlen heller denn je; Glanz und Hoffnung überall; die Herzen voller Liebe und Wärme.
Es weihnachtet sehr...

Ich wünsche allen meinen lieben Leserinnen  ein wunderschönes, besinnliches Weihnachtsfest!

Ich hoffe, ihr genießt die Zeit im Kreise eurer Familien und lasst euch reich beschenken. ;-)


Frohe Weihnachten!

Montag, 20. Dezember 2010

Ein Stück Winter in dir.

Der Winter hat ein schönes und ein weniger schönes Gesicht. Ich finde es wunderschön, wenn alles weiß bedeckt ist. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch gemalt.

Vor allem aber zeichnet er sich durch seine frostige Kälte aus. 

Wenn ich es mir recht überlege, hast du viele Gemeinsamkeiten mit dem Winter. 
Du bist wunderschön. Du hast ein süsses Gesicht und einen tollen Körper. Mir gefallen auch deine Haare und deine Kleidung. Du siehst toll aus. Ja, du siehst aus wie gemalt.
Doch du bist so unglaublich kalt. Mit deiner eiskalten Art machst du dem Winter Konkurrenz. 
Wir standen uns dort gegenüber und ich lächelte dich an. Doch du hast nicht zurück gelächelt. Du hattest mich nur angestarrt und ich konnte keinerlei Emotionen in deinem hübschen Gesicht erkennen. Mein Lächeln ließ dich vollkommen kalt. 
Dabei hatte ich noch vor kurzem daran geglaubt, dass wir gemeinsam jedes Eis zum Schmelzen bringen könnten. Doch ich irrte mich und mein Lächeln gefror unter deinen Blicken.

Mit dir ist die Kälte zurückgekommen. 
Das Gefühl allein zu sein. 
Es steckt ein Stück Winter in dir. Ich mochte dich sehr, doch ich muss dich gehen lassen. Denn so schön der Winter auch sein kann: Ich brauche die Wärme. Wärme, die du mir nicht geben kannst. 
Es tut weh, dich gehen zu lassen. Doch es wird das Beste sein.

Nun ist es kalt hier.

Doch genauso wie der Winter werden auch diese Gefühle ein Ende haben. Und die Wärme
wird zurückkehren. Neues wird beginnen.
Eine neue Jahreszeit. Eine neue Liebe. Eine neue Geschichte.

Freitag, 17. Dezember 2010

Eisige Zeiten

Es ist still geworden im Land. Die Welt hat sich zur Ruhe gelegt und wurde mit einer weißen Decke zugedeckt. Schnee und Eis, soweit das Auge reicht. Noch nie war die Natur so ruhig. Ich höre, wie der Schnee unter meinen Füßen knirscht, wie sich die Äste klagend im Wind biegen. Ein eisig-schneidender Wind, der mir den Atem gefrieren lässt. Und ich grabe meine Hände noch tiefer in meine Manteltaschen, ziehe die Mütze weit über die Ohren, verschränke die Arme, um mich selbst zu wärmen.
Aus scheinbarer Ferne kann ich unterschiedliche Geräusche wahrnehmen. Ich höre die Autobahn, ich höre das Schneeschieben, ich höre dumpfe Stimmen, und von irgendwoher bellt ein Hund. Es ist, als kämen diese Geräusche von weit, weit her, dabei kommen sie in Wahrheit aus meiner unmittelbaren Nähe. Doch ich beachte sie nicht wirklich. Ich achte nur auf das Geräusch des Windes, der sich durch meine Haare gräbt und sie völlig zerzaust; der über mein Gesicht streicht und meine Wangen und Nase rot färbt; der sich den Weg durch meine Kleidung bahnt und meinen ganzen Körper erschaudern lässt.
Es ist, als hätte die Welt den Atem angehalten. Die Vögel sind fort, weit fort, die meisten von ihnen. Die Bäume sind kahl, so schrecklich kahl, lediglich vom Schnee geschmückt. Die Wälder wirken verlassen und leer, nur ein paar Spaziergänger, hier und da. Eine mulmige, fast unheimliche Stille macht sich breit.
Und plötzlich sitzt dort, auf einem dünnen Ästchen, ein kleines Vögelchen. Es wirkt so unbedeutend und verloren, wie es dort zaghaft von einem Ästchen zum anderen hüpft. Bis es plötzlich zu singen beginnt. Es ist eine fröhliche Melodie, die es zwitschert und mir wird sofort wärmer ums Herz. Ich halte kurz inne und lausche. Dann muss ich lächeln. 
Es war einer dieser besonderen Momente. Ein besonderer Moment an einem ganz besonderen Tag. Vorsichtig blicke ich mich noch einmal um, aber ich kann das Vögelchen nirgends mehr entdecken. So schnell es kam, ging es auch wieder. Doch das stört mich nicht. Summend mache ich mich auf dem Heimweg.


Die eisige Zeit ist da. Sie bringt klirrende Kälte und Dunkelheit mit sich, aber auch Ruhe, Besinnlichkeit und Glück. Denn das Glück ist überall. Selbst an einem bitterkalten Tag, in einem finsteren Wald, konnten wir das Glück finden. Wir sahen es. Wir hörten es. Und noch den ganzen Tag fühlten wir es.
Wir spürten, dass dies nicht das Ende ist. Es wird nie enden. Denn mit der Hoffnung verhält es sich genauso wie mit dem Frühling: Sie kehrt immer wieder. Selbst die eisigsten Zeiten werden ein Ende nehmen. Und während wir uns noch inmitten eines tiefen, dunklen Tals befinden, können wir bereits Lichtblicke erkennen, die uns auf unserem Weg begleiten und uns neuen Mut schenken. Und in jedem Winter steckt bereits ein zitternder Frühling, der nur darauf wartet, zu erwachen und in voller Pracht zu sprießen...

Doch bis dahin dauert es natürlich noch eine Weile. Nun steht uns erst einmal das Weihnachtsfest bevor, worauf ich mich auch schon sehr freue. Bereits in einer Woche ist es soweit. Es überrascht mich jedes Mal auf's Neue, wie schnell die Zeit dahin rast. 

Nachdem ich in den letzten Tagen in meinem Stress regelrecht versunken bin, freue ich mich umso mehr auf die kommenden, freien Tage und vor allem die bevorstehenden Festtage. 
Ich möchte nun auch wieder mehr Zeit in meinen Blog investieren, da mir das Bloggen bereits jetzt ans Herz gewachsen ist und ich das Schreiben vermisst habe. Zudem möchte ich hier in den nächsten Tagen noch das ein oder andere verändern, worauf ich mich ebenfalls schon freue.

Ich wünsche euch ein wunderbares Adventswochenende!


Alles Liebe,
Sandra

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Ein dickes Fell

 Manchmal wäre es schön, eine dicke Haut zu haben. Eine harte Schale, die uns wie ein Schutzschild umhüllt, und alles Negative von uns abprallen lässt.
Ein starker Panzer, der alles abwehrt, was uns zu nahe kommen und runterziehen will. 
Wäre es nicht manchmal schön, die schlechten Gefühle einfach ausblenden zu können?  
Wie praktisch wäre es doch, sich einfach ein dickeres Fell zuzulegen, sodass wir nicht mehr ganz so empfindlich sind. Empfindlich für all das, was da so täglich auf uns einprasselt.

Leider fragt niemand danach, ob du dir ein starkes Fell zugelegt hast. Du musst es einfach haben. Du brauchst eine harte Schale, wenn du der kalten Welt standhalten willst. Du musst dir deinen eigenen Panzer errichten, mit dem du dich schützen kannst.


Ich suchte Schutz vor dem Alltag. Schutz vor den Dingen, die ich nicht sehen möchte. Schutz vor den Worten, die ich nicht hören möchte. Schutz, vor den Gefühlen, die ich nicht fühlen möchte. 


Doch manchmal fühle ich mich all dem schutzlos ausgeliefert.


Ich besitze kein dickes Fell. Vielmehr bin ich umgeben von einer dünnen, zarten Haut, deren Inhalt mir manchmal mehr als zerbrechlich erscheint. Und es kann kalt werden mit solch einer Haut. Verdammt kalt.


Wäre ich eine Schildkröte,  hätte ich einen starken Panzer und man könnte mir nichts anhaben. 


Wäre ich ein Elefant, hätte ich eine dicke Haut; würde mich groß und mächtig fühlen.

Wäre ich ein Eisbär, hätte ich ein dickes Fell und all die Kälte könnte mir nichts anhaben.

Doch ich bin ich. Ohne Panzer, ohne dicke Haut, ohne Fell.


Und trotzdem wird es gehen. Es muss gehen. Denn niemand fragt danach.
Wie schön wäre es manchmal doch, eine dickere Haut zu haben...

Samstag, 4. Dezember 2010

Vorbei mit der Krise.

Ich bin wieder gesund. Und überglücklich darüber. Gibt es etwas Schöneres, als nach einer Krankheit wieder aufstehen zu können und zu spüren, wie alles Leben, alle Freude, alle Motivation und Energie langsam wieder durch den Körper strömt?
Die Lebensfreude hat mich wieder und sprudelte heute aus mir heraus wie ein wilder Wasserfall. Endlich nicht mehr im Bett liegen. Endlich wieder raus. Endlich wieder Menschen um mich herum, mit denen ich essen, lachen und sprechen kann. Das hat wirklich sehr gut getan. 

Natürlich war es keine schlimme oder lange Krankheit. Doch auch ein harmloser Grippe-Virus kann unheimlich an den Kräften zerren. Es schwächt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Doch umso stärker fühlt man sich, wenn man es schließlich überstanden hat. Plötzlich fühlt man sich voller Leben und stärker als je zuvor. 
Deshalb ist es gut und wichtig, dass es Krisen gibt, die wir durchleben und meistern müssen. Sie erinnern uns daran, was Glück bedeutet. Und sie geben uns neue Kraft, damit wir schlechte Zeiten hinter uns lassen und voller Zuversicht in die Zukunft blicken können. Und bin ich nicht auch irgendwie dankbar für jede Krise in meinem Leben? 
Hat sie mich nicht im Nachhinein erfahrener, klüger und stärker gemacht? 
Hat sie nicht ihren Teil dazu beigetragen, dass ich heute die bin, die ich bin?

Durch Krisen entwickeln wir uns weiter. Und das ist gut so. Auch wenn wir das erst einsehen können, wenn die Krise hinter uns liegt. 

Glücklicherweise sind es manchmal nur kleine Krisen, die wir durchleben müssen, die uns aber dennoch großes Glück verschaffen, wenn wir sie schließlich überstanden haben. Vielleicht kann man es manchmal nicht mal eine Krise nennen. Vielleicht war es auch nur ein schlechter Tag. Oder eine schlechte Woche. 
Wie auch immer: Schön ist es jedenfalls immer, wenn sich dunkle Tage endlich dem Ende neigen und das Glück wieder Einzug hält. Ich hab es auch sehr vermisst, das Glück. 
Schön, dass es wieder hell ist.

Ich wünsche euch ein krisenfreies Wochenende. ;-)

Alles Liebe,
Sandra

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Kein Stress

Endlich habe ich mal wieder Zeit zum Bloggen, wenn auch der Grund dafür alles andere als erfreulich ist: Mich hat nämlich eine fiese Erkältung erwischt und bin sozusagen mehr oder weniger ans Bett gefesselt. 

Schon den ganzen Tag über liege ich im Bett, leide vor mich hin und bete innerlich, dass es endlich aufhört. Doch irgendwie scheint es nicht aufhören zu wollen. 


Nachdem ich etwa 20 Päckchen Taschentücher verbraucht, den ganzen Vormittag irgendwelche stumpfsinnigen Sendungen im Fernsehen verfolgt und die kleinen Rillen an der Zimmerdecke gezählt habe, konnte ich mich endlich aufraffen, ganz dick einpacken und rüber zum PC huschen.


Ein Blick aus dem Fenster genügt und es fröstelt mich schon wieder am ganzen Körper: Die Schneeflocken tanzen wie wild in der Luft herum, die Tannen wiegen sich langam im Wind und so weit ich gucken kann, sehe ich schneebedeckte Dächer.
Ja, der Winter kann schon unangenehm sein: Frieren. Erkälten. Schnaufen. Husten. Schnee schieben. Auto kratzen. Zu spät kommen. Ausrutschen. Verfluchen.
Schneestürme. Kälte. Blitzeis. Kahle Bäume. Rote Finger und Nasen.
Willkommen im Winter.

Doch der Winter hat auch viele schöne Seiten, wie beispielsweise das bevorstehenende Weihnachtsfest. Ob wir wohl diesmal weiße Weihnachten haben werden? 
Das wäre einfach phantastisch und ich hoffe sehr darauf.

Was mir jedoch noch viel mehr Sorgen macht ist die Tatsache, dass ich noch immer kein einziges Weihnachtsgeschenk besorgt habe. Dabei rast die Zeit nur so hin und auch die nächste Woche wird so stressig, dass ich nicht weiß, wann ich dazu kommen soll.

Warum ist es eigentlich so, dass wir uns während der Weihnachtszeit soviel Stress machen? Sollte das nicht anders sein? Sollte die Weihnachtszeit stattdessen nicht ruhig und besinnlich sein? 
Ja, das sollte sie. Doch was so sein sollte und was nun tatsächlich der Fall ist, sind zwei unterschiedliche Dinge. Spätestens wenn ich in der Adventszeit durch die Innenstadt laufe, spüre ich von dieser Ruhe und Besinnlichkeit rein gar nichts mehr. Die Menschen hetzen wie gestresste, hungrige Tiere durch die Geschäfte; es wird gedrängelt, geschubst und vor sich hin gestöhnt. Gerne werden auch mal die Ellbogen eingesetzt, um ans gewünschte Ziel zu kommen.
Und ich sehe mich nun schon inmitten dieser Masse, fernab von jeglicher Ruhe.

Woran liegt es also, dass wir sooft anstelle von einer gestressten Adventszeit genau das Gegenteil erfahren müssen?


Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir das perfekte Fest haben wollen. Wir wollen all unsere Lieben beschenken und glücklich machen; müssen dafür viele Besorgungen machen und überhaupt soll dieses Fest einzigartig und schön werden. Oft stellen wir dann Erwartungen an uns, die wir nicht erfüllen können und schon geraten wir in einen Strudel aus Genervtheit, Stress und Überforderung. Das ist natürlich alles andere als schön. Doch ich bin überzeugt davon, dass es auch anders geht. Unsere Lieben erwarten doch gar kein perfektes oder gar teures Geschenk von uns. Es ist der Gedanke, der zählt. Wir brauchen auch keinen perfekten Baum, wenn er mit viel Liebe und Kreativität geschmückt worden ist. Wir brauchen auch keine teure Weihnachtsdeko, wenn man es sich schon mit Kleinigkeiten behaglich machen kann. Wir brauchen keinen Stress, wenn wir wissen, dass wir mit unserer Familie zusammen sein werden und es ein schönes Fest werden wird-ganz egal, ob wir nun das Richtige Geschenk gefunden haben oder nicht. Wir brauchen auch nicht zu einem Teil der hetzenden Masse in der Stadt werden, wenn wir wissen, dass sich all der Ärger und Stress gar nicht lohnt. Deshalb werde auch ich mir fest vornehmen, die Sache ruhiger und gelassener anzugehen. Denn es ist nicht Sinn der Weihnachtszeit, dass wir so dermaßen in Hektik verfallen. Nein, so sollte es wirklich nicht sein. Stattdessen zünde ich lieber eine Kerze an, atme dreimal tief durch und höre Weihnachslieder. Lieder, in denen es noch um das eigentliche geht: Um Ruhe, Besinnlichkeit und Frieden.
Ich wünsche euch allen einen besinnlichen, vor allem entspannten Dezember!


Alles Liebe,
Sandra

Montag, 22. November 2010

Vorfreude


Heute haben wir die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken. 

 Es war ein tolles Gefühl, als sie endlich fertig waren.

Wir haben zwar erst November und es dauert noch ein bißchen bis zum Advent, doch die Vorfreude auf die Weihnachtszeit liegt bereits jetzt in der Luft. 

 Könnt ihr sie auch schon spüren?


Ich kann sie riechen, wenn ich durch unser Haus laufe und in jeder Ecke den Duft der frisch gebackenen Plätzchen wahrnehme.

Ich kann sie hören, wenn mir wieder sämtliche Weihnachtslieder in den Sinn kommen, denen ich schon bald wieder täglich lauschen werde. 

Ich kann sie sehen, wenn ich durch die Innenstadt schlendere, in der der Weihnachtsmarkt bereits in den Startlöchern steht und ich beobachten kann, wie Weihnachtsbeleuchtungen, Tannenbäume und zahlreiche Marktbuden aufgebaut werden.

Und ich kann sie fühlen. Mit jedem Tag mehr. 

Geheimnisvolle Stimmung. Hell beleuchtete Strassen. Strahlende Kinderaugen. Zahlreiche Leckereien. Das Gefühl der Spannung und der Neugier. Anderen Menschen Freude bereiten können. Schenken und beschenkt werden. 

Weihnachten, die Zeit voller kleiner und großer Überraschungen.
Jedes Jahr auf's Neue. Und doch immer wieder wunderschön.


Als Kind konnte ich es immer kaum erwarten, bis es endlich soweit war. Mit jedem Tag wurde die Spannung größer. Manchmal fühle ich mich noch heute wie das kleine, neugierige Mädchen von damals. Und das ist ein wunderbares Gefühl.

Nun möchte ich euch ein paar Bilder von unseren Plätzchen zeigen:


                                            

                                    


 Vanillekipferl




Spitzbuben












Orangen-Schokoladen-Plätzchen









Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Weihnachtszeit!

Alles Liebe,
Sandra

Dienstag, 16. November 2010

Ein Teil von mir.

Wieder einmal sitze ich hier und verfluche die Uhr, die in letzter Zeit viel zu schnell ihre Runden zu drehen scheint. Ich traue mich schon kaum hinzusehen, so überrascht bin ich jedes Mal, wenn ich sehe, wie schnell die Minuten verfliegen. 
Ich fürchte, so ergeht es den meißten Menschen, die viel zu tun haben. 
Man wünscht sich so sehnlichst eine Minute, eine Stunde oder auch mal einen ganzen Tag für sich. Nur für sich. Ohne ständig den Druck im Nacken sitzen zu haben, noch dieses und jenes tun zu müssen. 

Umso schöner war es für mich, als ich am Wochenende einen freien Tag hatte. Ich nutze die Zeit, um mal wieder etwas für mein Äusseres zu tun: Ich schritt mutig und fest entschlossen zum... FRISEUR! Ja, für mich ist der Gang zum Friseur jedesmal auf's  Neue eine Herausforderung. Der Moment, in dem der Friseur die Schere ansetzt, empfinde ich jedesmal als fürchterlich. Es ist ein Moment, in dem ich den Atem anhalte und innig darauf hoffe, dass der Mensch mit der Schere sein Werk auch tatsächlich beherrscht. Diesmal schickte ich ebenfalls kleine Stoßgebete zum Himmel, als die Schere angesetzt wurde. Doch ich hatte Glück. Alles ging gut. Ich hatte zuvor sehr, sehr lange Haare und es musste einfach ein Stück ab. Doch nun sind sie noch immer lang und ich bin glücklich. Sie fallen schöner und die kaputten Spitzen sind weg. Nun, eine wirklich große Veränderung ist es nicht. Doch das musste es auch gar nicht. Manchmal reichen kleine Veränderungen aus, um Großes zu bewirken. Und es ist Großes bewirkt worden. Denn ich fühle mich besser. Viel besser.



Warum sind uns Haare eigentlich so wichtig?
Fast jede Frau reagiert empfindlich, wenn es um ihre Haare geht. Wieviele Tränen sind schon vergoßen worden, nur weil lange Haare geschnitten worden und lieblos auf dem Friseursalonboden gefallen sind wie kleine Papierstückchen? Wie oft fühlte man sich selbst schlecht, wenn mit den Haaren etwas nicht in Ordnung war? Wenn sie einfach schlecht saßen oder die Frisur nach dem Friseurbesuch nicht zufriedenstellend war?

Es liegt daran, dass Haare zu uns gehören. Haare sind ein Teil von uns. Sie gehören zu uns wie unser Herz und unsere Seele. Sie sind unser Herz und unsere Seele. Sie sind immer da; ein nicht wegzudenkender, wichtiger Teil von uns. Und wenn wir langes Haar verlieren, dann schmerzt das. Wie immer, wenn wir etwas verlieren, was uns am Herzen liegt. Dass Haare wieder wachsen ist dabei nur ein schwacher Trost. Bei Liebeskummer tröstet es schließlich auch nicht zu sagen, dass eines Tages wieder eine neue Liebe wachsen wird. 



Doch der Verlust von langem Haar muss nicht immer etwas Schlechtes bedeuten. Nein, ganz im Gegenteil. Diese Veränderung kann unser Leben bereichern. Denn oft fühlen wir uns danach wie ein neuer Mensch. Und genau das strahlen wir dann auch aus. 
Manchmal lohnen sich Veränderungen. Manchmal muss man es wagen. Wagen die Schere anzusetzen. Selbst dann, wenn das Herz für einen Moment lang still steht.





Dienstag, 9. November 2010

Veränderte Zeiten

Damals war alles anders. 

Doch heißt das auch automatisch, dass damals alles besser war? Viele ältere Menschen behaupten genau das, wenn sie sich wehmütig an alte, längst vergangene Zeiten zurückerinnern. Doch auch die jüngeren Leute werden nostalgisch, wenn sie sich gedanklich in die Zeit ihrer Kindheit zurückversetzen, in der das Leben noch so herrlich unbekümmert, locker und leicht war. Denke ich an meine eigene Kindheit zurück, so kam mir diese wie ein langer, unbeschwerter Sommer vor, der nie ein Ende zu nehmen schien. Auch wenn es sicherlich auch damals schon die ein oder andere Gewitterwolke gab, so kann ich mich an diese heute kaum noch erinnern. 
Ich bin überzeugt davon, dass eine glückliche Kindheit das größte und wundervollste Geschenk ist, das Eltern ihrem Kind machen können. Meine Eltern gaben mir dieses einzigartige, fabelhafte Geschenk, worüber ich heute überglücklich und unendlich dankbar bin.

Es gibt da ein tolles Zitat von Jean Paul: 
"Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes  Leben hindurch für die kalte Welt haushalten."
Für mich ein bemerkenswertes, ganz besonderes Zitat. Ein Zitat, in dem soviel Wahrheit drinsteckt. 
Manchmal glaube auch ich, ohne meine Lebensfreude die kalte Welt da draußen nicht aushalten zu können. Eine Lebensfreude, die ihren Ursprung in der Kindheit hatte. Denn damals lernte ich, was Glück bedeutet und dies habe ich bis heute nicht verlernt. 

An manchen Tagen habe ich allerdings das Gefühl, es verlernt zu haben. Dann suche ich das Glück vergebens. Doch ich weiß, das es noch immer da ist. Tief in mir drin. Und wenn ich daran glaube, kommt es auch immer wieder zum Vorschein. Immer wieder und wieder.



In den letzten zwei Tagen fühlte ich mich besonders gut. Dabei gab es dafür eigentlich gar keinen Anlass. Wahrscheinlich liegt es aber daran, dass es diese Woche etwas ruhiger zugeht als in den Wochen zuvor. Keine Klausuren, kein Stress, keine Überstunden. Und endlich mal wieder etwas Zeit, um mit Freunden zu sprechen und ein wenig herumzualbern, anstatt sich immer nur strikt auf die Arbeit zu konzentrieren. Das muss eben auch mal sein. Und ich bin froh, dass die Sorgen dadurch ein bißchen in den Hintergrund gerückt und meine Gedanken wieder in eine fröhliche, entspanntere Richtung abgedriftet sind.


Im Übrigen freue ich mich auch sehr über zwei neue Leser, die ich recht herzlich auf meinem Blog begrüssen möchte.
Ich hoffe sehr, dass euch meine Texte gefallen und bin für Kritik jeglicher Art jederzeit offen.


Heute unterhielt ich mich mit einigen netten Leuten darüber, was sich in den letzten Jahren alles veränderte. Das war natürlich jede Menge. 

Damals war also alles anders. Und besser. Wirklich?

Damals gab es noch keine Handys und auch kein Internet. Die Menschen mussten auf andere Art und Weise miteinander kommunizieren. Heute hingegen ist all das normal. Es ist normal, dass man eine Person nicht mehr ansprechen, sondern einfach anschreiben braucht. Es ist normal, dass man in sozialen Netzwerken sein halbes Leben oder zumindest einen großen Teil davon zur Schau stellt. Es ist normal, dass man nur noch E-Mails und persönliche Nachrichten tippt, anstelle eines Briefes, dessen Zeilen man mit eigener Hand und Tinte zu Papier gebracht hat. Es ist normal, dass man kaum noch wirklich schreibt, weder Briefe noch Tagebücher. Ich habe früher sehr gerne Tagebuch geschrieben. Ich schrieb und schrieb und schrieb... Und heute habe ich eine ganze Sammlung Bücher, in denen all meine Gedanken und Gefühle, die ich als junges Mädchen hatte, aufgezeichnet sind. Heute ist auch das anders. Schon die Jüngsten treiben sich im Internet herum, um persönliche Dinge aus ihrem Leben preiszugeben. Ich habe das Gefühl, dass die Privatsphäre immer mehr schwindet. 
Und manchmal frage ich mich ernsthaft, wohin das führen soll? Wie wird sich all das weiterentwickeln?
Das weiß keiner so richtig. Wir müssen abwarten und schauen, was die Zeit bringt. Denn nur die allein wird zeigen, wie es kommt und was geschehen wird.

 Ist es nun gut oder schlecht, dass wir heute durch die vielen, verschiedenen Medien mehr Möglichkeiten haben? 
Sicherlich hat es jede Menge Nachteile. Doch wegzudenken sind Foren, Blogs und soziale Netzwerke aus unserem Leben auch nicht mehr. Das müssen wir zugeben. Und irgendwie bin ich wirklich sehr froh, dass uns diese Möglichkeiten zustehen.

Damals war alles besser, behaupten die meißten Menschen. Doch das heißt wirklich nicht, dass es tatsächlich auch so war. In jeder Zeit gab es Krisen. Auch in unserer Zeit gab es Krisen und es wird auch in den kommenden Zeiten immer wieder Krisen geben.
Doch wir dürfen dabei nicht vergessen, dass diese Krisen auch immer wieder vorbei gegangen sind. Es gab schlimme Zeiten. Fürchterliche Zeiten. Doch wir haben sie überlebt. Es ging immer weiter. Und es wird weiter gehen.
Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten und wir stecken mittendrin. 
Doch diese Zeit hat auch etwas Gutes. Jede Zeit hat etwas Gutes. 


Ich halte es jedoch für wichtig, dass wir uns nicht komplett in den hochmodernen Medien verlieren und vielleicht noch ab und zu mal einen Brief schreiben. Und nein, ich meine nicht den Brief, den man mal eben in WORD eintippt. Nein, ich meine einen richtigen, handgeschriebenen Brief. Ein echter Brief. Vielleicht für eine echte Freundin oder einen echten Freund. 
Ich bin sicher, dass sich jeder darüber freuen würde. Ganz sicher.


Sonntag, 7. November 2010

Gefühle sind bunt

Es ist ein ziemlich grauer Tag gewesen. Richtiges Schmuddelwetter. Dunkle Wolken, Kälte und ständiger Regen, der einfach nicht aufhören wollte. 
Der November ist da. Viele Menschen fühlen sich in dieser Jahreszeit nicht besonders wohl. Es scheint, als würde die Tristheit des Novembers nicht nur das Wetter, sondern auch die Gefühlswelt der Menschen beeinflussen; als würde sich die graue Farbe des Himmels auch in unseren Seelen widerspiegeln. Dies kann sich in vielerlei Hinsicht äußern. Manche sind einfach schlecht gelaunt, lassen ihren Frust an anderen aus, könnten bei jeder Kleinigkeit in die Luft gehen. Andere fühlen sich müde und kaputt und würden am liebsten Winterschlaf halten, um der nassen Jahreszeit zu entgehen und erst dann wieder aufzuwachen, wenn es wieder warm ist und sich die Sonne endlich wieder von ihrer besten Seite zeigt. Die Sonne, die auch in ihren Herzen scheinen soll.
Manche Menschen haben regelrecht Sehnsucht nach dem Sommer und fühlen sich im Winter beinahe wie tot. Sie scheinen erst wieder im Sommer aufzublühen, wie eine vertrocknete Blume, die sich nach und nach entfaltet, um bald wieder in voller Pracht glänzen zu können.
Wie sieht es mit unseren Gefühlen aus? 
Unabhängig von der Jahreszeit, bezeichnen einige Leute ihre Gefühlswelt als Grau. Sie empfinden nichts, fühlen Leere und Trostlosigkeit. Das ist eine sehr traurige Tatsache. Doch umso schöner ist es zu wissen, dass es auch anders sein kann. Gefühle sind nicht nur grau. Gefühle sind mehr als das. Gefühle sind vielfältig. Sie sind nicht nur schwarz oder grau, dunkel und trist. Nein, sie sind bunt. Kunterbunt. Wir finden Gefühle in so vielen verschiedenen Farben und Facetten. Und wenn wir manchmal glauben, dass unsere Gefühlswelt eintönig und grau geworden ist, so müssen wir daran denken, dass es mehr gibt als das. Denn tief in uns drin schlummern noch immer die bunten Gefühle, die unser Leben lebenswert machen und dafür sorgen, dass wir glücklich sind.  

Zum Schluss noch ein passendes Gedicht:


Man sagte mir, alle Gefühle seien
weiß oder schwarz oder dazwischen,
also grau.

Aber es kamen gelbe dazu,                     
rote, violette,
braune und sogar zweifarbige.

Ich war ratlos, bis ich erfuhr,
daß die meisten Menschen
ihre farbigen Gefühle verdrängen,
so daß nur schwarz und weiß und grau
verbleiben kann.

Ich spüre aber, daß ich                                 
mit einer ganzen Farbpalette
bunter malen kann
als nur mit einem Bleistift.


Holt eure Farbpalette raus und färbt euer Leben bunt. 
Dann kann selbst der graue November ein farbenfroher Monat werden. 


Alles Liebe,
Sandra
  

Donnerstag, 4. November 2010

Neue Kraft

Am Wochenende war es wieder soweit: 

Die Uhren wurden auf Winterzeit umgestellt und uns wurde somit eine Stunde geschenkt. Für mich war diese Stunde tatsächlich wie ein Geschenk. Zeit ist kostbar. Und manchmal wird einem das leider erst dann wieder bewusst, wenn man viel zu tun und kaum noch Zeit für sich selbst und seine Freunde hat.Dann spürt man plötzlich wieder, wie schön und wichtig es ist, sich Zeit für die Dinge nehmen zu können, die einem wirklich am Herzen liegen. 

Momentan ist meine Zeit von Dingen geprägt, die mir überhaupt keinen Spaß machen. Doch in gewisser Art und Weise tue ich sie trotzdem gern. Weil diese lästigen Pflichten dazu beitragen, dass ich später etwas machen kann, was mir wirklich gefällt. Und das ist es, worauf es ankommt. Viele Wege führen zum Ziel. Und oftmals sind diese Wege steinig und machen uns das Leben schwer. Dann stehen wir plötzlich da, wissen überhaupts nichts mehr, sind ängstlich und ratlos. Denn manchmal sind es nicht nur viele Steine. Manchmal sind es dazu auch schwere Steine, die dort im Wege herumliegen. Glücklicherweise gibt es immer Lösungsmöglichkeiten, um diese Steine aus dem Weg zu räumen, seien sie auch noch so schwer. Doch dies beansprucht Zeit. Zeit, die man vielleicht nicht immer hat oder einfach nicht haben will. Vor allem aber beansprucht es unsere Kraft. Kraft, die man nicht immer hat. Kraft, die irgendwann verbraucht ist. Kraft, die man neu tanken muss. 

In den letzten Tagen hatte ich wirklich das Gefühl, am Ende meiner Kräfte zu sein; dass die Steine einfach zu schwer und zahlreich für mich sind, um tatsächlich ans Ziel zu gelangen. Ich hatte mich dafür entschieden, nun das Abi nachzuholen und stehe nach wie vor zu dieser Entscheidung. Bereits in wenigen Monaten wird alles vorbei sein, denn die Prüfungen sind diesmal schon sehr früh. Doch der Druck ist groß und zerrt täglich an meinen Kräften. Daher zog ich am Wochenende die Bremse und gönnte mir einen freien Tag. Einen Tag, an dem ich mir Zeit für mich und meine Familie nahm. Einen Tag, den ich unbedingt in der Natur verbringen wollte. Einen Tag, ohne diese ganzen Sorgen und Ängste. Einen Tag, um Kraft zu tanken. Neue Kraft. 


Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als diese Kraft draußen in der Natur zu tanken. In der jetzigen Jahreszeit ist es dort am Schönsten. Ich liebe die vielen, verschiedenen Farben der Blätter und die frische Luft, die meine Wangen rot färbt. Ich liebe den Wind, der mir durch die Haare fegt. Ich liebe den Duft des Waldes, den ich ständig riechen könnte. Ich liebe die Geräusche. Blätterrascheln. Autos in weiter Ferne. Ein krähender Rabe von irgendwoher. Ästeknacken. Ich liebe einfach alles an der Natur. Vor allem ist es aber die Ruhe. Diese himmliche Ruhe. Für mich eine Wohltat. 

Manchmal frage ich mich, ob andere Menschen die Natur in ihren unterschiedlichen und zugleich wunderbaren Facetten ebenso wahrnehmen, wie ich es tue. Ich habe nämlich immer öfter das Gefühl, dass viele Menschen das Auge für die Schönheit der Natur verloren haben. Sie sind zwar mitten in der Natur, doch sie sehen sie nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Es kommt mir manchmal so vor. Ich denke, man muss sich eingestehen, dass es bei vielen Menschen auch genauso ist.

Wenn ich von solch einem Spaziergang zurück nach Hause komme, fühle ich mich sofort wie ein neuer Mensch. Glücklich, frisch und kraftvoll. Voller neuer Energie und Tatendrang. Dies ist ein wunderbares Gefühl. Es ist das Gefühl, neue Kraft getankt zu haben. Genauso wie wir unser Auto tanken oder unser Handy neu laden müssen, müssen wir manchmal auch uns selbst "tanken". Dies mag vielleicht merkwürdig klingen, und sicherlich kann man uns nicht so einfach an irgendeine Zapfsäule oder an ein Kabel anschließen und schon ist es getan. :-) Das wäre auch zu einfach.
Nein, jeder muss für sich selbst herausfinden, wie und auf welchem Wege er neue Kraft tanken kann. Und das ist manchmal gar nicht so einfach. 
Für mich kann das neben einem Spaziergang, auch ein Gespräch mit einem guten Freund sein. Manchmal auch nur ein Gedanke an etwas Schönes, das mir bevorsteht oder das ich erlebt habe. Und fast immer sind es Erinnerungen, die mich vorantreiben. Erinnerungen an schöne, aber auch vergangene Zeiten. Zeiten, die ich wieder haben will. Zeiten, für die es sich lohnt weiterzumachen-und zu kämpfen, ganz gleich wie schlecht man sich gerade fühlen mag. Es sind die schönen Augenblicke, diese glücklichen Momente, an die wir uns immer wieder zurückerinnern und für die es sich immer lohnt, weiterzumachen und auch mal durch schwierigere Zeiten zu gehen. Denn das ist etwas, was wirklich wichtig ist und uns immer wieder neue Kraft geben wird.

In diesem Sinne,
alles Liebe,
Sandra



Fotos: weheartit

Sonntag, 24. Oktober 2010

Fühl dich frei

Was bedeutet Freiheit für dich?


Freiheit. Ein Begriff, den jeder von uns schonmal gehört hat. Ein Begriff mit hoher Bedeutung. Ein Begriff, der sicherlich für jeden einzelnen Menschen eine eigene, individuelle Bedeutung hat.


Fühlst du dich frei? Ich meine, wirklich frei?


Frei wie ein Vogel. Wer von uns würde sich das nicht wünschen? Wäre es nicht schön, einfach die Flügel auszubreiten, und den Problemen, den Sorgen und dem ganzem Mist einfach davonzufliegen? Negative Gefühle hinter sich lassen. Sich einfach treiben lassen. Tief durchatmen. Frei sein.
Doch so einfach ist es nicht immer. Es gibt Momente in unserem Leben, in denen wir uns ganz und gar nicht frei fühlen. Stattdessen fühlen wir uns wie gefangen. Wir können nicht immer tun und lassen, was wir wollen. Jeden Tag begegnen wir Menschen, die Erwartungen an uns haben. Und jeden Tag werden wir mit unseren Ängsten konfrontiert, diese Erwartungen nicht erfüllen zu können. Tagtäglich haben wir Verpflichtungen zu bewältigen, die wir erfüllen müssen. Dabei spielt es nicht immer eine Rolle, ob wir diese Verpflichtungen auch erfüllen möchten. Es gibt Dinge, die müssen sein. Das macht es uns manchmal schwer, uns frei zu fühlen. Und anstelle eines schwebenden, stolzen Adlers fühlen wir uns schließlich nur noch wie ein Vogel im Käfig.

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum sich ein Mensch gefangen fühlt. Vielleicht ist es eine Beziehung, in der man nicht mehr glücklich ist. Doch es fällt schwer einen Schlussstrich zu ziehen. Also bleibt man weiter in dieser unglücklichen Beziehung, in der man sich wie gefangen fühlt. Vielleicht hat man aber auch das Gefühl, in einer auswegslosen Situation zu stecken. Solch eine Situation kann ganz unterschiedlich sein. Man glaubt, keinen Ausweg mehr zu finden; fühlt sich wie in einer Sackgasse. Und es ist nicht immer jemand da, der einem hilft. So fühlt man sich also allein gelassen und gefangen. Gefangen in einer scheinbar unlösbaren Situation. Gefangen in seinen eigenen Gedanken und Ängsten. Gefangen in sich selbst.
Kann ein Vogel das Fliegen verlernen? Nein, er verlernt das Fliegen nicht. Denn ganz egal, ob es stürmt, regnet oder schneit: Er fliegt weiter.
Und genau das ist es, was auch für uns gelten sollte. 
Nach einem Sturm bleiben wir gerne mal liegen; wissen nicht wie es weitergehen soll. Manchmal sind wir nahe am Verzweifeln und verlieren den Mut. Das ist auch ok, solange wir nicht vergessen, dass wir auch wieder aufstehen müssen. Das Leben geht weiter. Immer. Wir müssen unsere letzte Hoffnung zusammennehmen, uns aufraffen und von vorn beginnen. Wir müssen weiterfliegen. Niemals dürfen wir zulassen, dass wir in unserem selbst erschaffenem Käfig verkümmern. Stattdessen sollten wir alles dafür tun, damit wir wieder fliegen können. Und uns endlich wieder frei fühlen. Frei wie ein Vogel. Denn ein Vogel muss frei sein. 
Wir müssen frei sein.


Was bedeutet Freiheit für mich?


Freiheit bedeutet für mich zu wissen, dass ich die Möglichkeit habe, Dinge zu tun, die ich gerne mache und frei wählen zu können, wie ich mein Leben gestalten möchte. Freiheit bedeutet, in einem Land zu leben, in dem ich all diese Möglichkeiten habe.
Doch Freiheit bedeutet noch viel mehr. Manchmal sind es nur klitzekleine Momente, Minuten, Sekunden, in denen ich mich frei fühle. Beim Über-die-Wiese rennen. Beim Drachen steigen lassen. Beim Laut-kaputt-Lachen. Beim Blick über die schöne Landschaft und den wolkenlosen Himmel. 
Letztens beobachtete ich am Himmel eine Vogelschar, die sich mit lautem Geschnatter auf den Weg in den Süden machte. Sie müssen sich einfach frei fühlen, diese Vögel. 
Und das wünsche ich mir auch. Manchmal bin ich es auch.
Frei wie ein Vogel.


Fotos: weheartit 





Donnerstag, 21. Oktober 2010

Ein gemütliches Zuhause

Es ist kalt draußen und ich bin gerade sehr froh darüber, in meinen vier Wänden zu sitzen und mir die eiskalten Hände an einer heißen Tasse Tee wärmen zu können. Keine Frage, der Sommer ist entgültig vorbei und der Herbst ist ins Land eingekehrt. Gestern, als ich fröstelnd und in Folge dessen sehr ungeduldig an der Bushaltestelle stand, hatte ich das Gefühl, dass nun auch schon der Winter sachte an die Tür klopft. In einigen Teilen Deutschlands soll es ja bereits Schnee gegeben haben. Ich hoffe jedoch, dass es damit dann doch noch ein wenig dauert.
So ungemütlich der Herbst auch sein kann: Er hat auch seine schönen Seiten, wie z.B. die wundervolle Farbenpracht, die wir bei jedem Spaziergang erkennen können (sofern wir unsere Augen für die Herrlichkeit der Natur öffnen und nicht einfach mit sturem, geraden Blick daran vorbeirennen), die gemütlichen Nachmittage Zuhause auf dem Sofa mit einer Tasse leckerem Tee, einem schönen Film oder einem guten Buch. Je ungemütlicher es draußen wird, desto behaglicher wird es drinnen. Dick eingepackt in einer kuscheligen Decke, kann man es draußen regnen, stürmen und schneien lassen, ohne dass es einen weiter stört. Immerhin hat man Zuhause seine warme, sicherere Kuschelhöhle, die man an grauen, regnerischen Tagen am liebsten gar nicht wieder verlassen würde.  

Ja, für mich ist es Luxus, ein warmes, gemütliches Zuhause zu haben. Ein Zuhause, in dem ich immer Willkommen bin. Ein Zuhause, in dem ich mich wohlfühle, eigene vier Wände, die ich nach meinen eigenen Wünschen und Ideen gestalten kann, ein Zuhause, in dem ich einfach so sein kann, wie ich bin. Es ist ein wundervolles Zuhause, weil ich mit wundervollen Menschen unter einem Dach lebe.
Für die meißten Menschen ist all das völlig normal. Und auch für mich ist es normal. Doch wenn man länger darüber nachdenkt, wird einem mal wieder bewusst, dass es eben nicht normal ist. Nein, es ist ein großes Glück solch ein Zuhause zu haben. Es ist ein Glück, das nicht jeder genießen kann. Gerade deshalb sollten wir froh und dankbar für dieses Glück sein. Auch wenn wir leider viel zu oft vergessen, wie gut wir es haben.


Am liebsten würde ich den heutigen Abend in meinem gemütlichen Nest verbringen. Allein. Weil ich mich in den letzten Tag etwas unwohl gefühlt habe, mich noch immer unwohl fühle, die Zeit in meinen vier Wänden genießen und die restliche Welt draußen lassen möchte. Dennoch werde ich mich heute aufraffen und gemeinsam mit einer Freundin eine Party besuchen. Natürlich könnte ich absagen, aber das möchte ich nun auch wieder nicht. Ich denke, dass es mir gut tun wird, mal wieder rauszukommen. Denn in den letzten Wochen habe ich außer meiner Arbeit nicht viel gesehen und so wird es auch in den kommenden Wochen oder Monaten weitergehen. Ich wünschte, es wäre anders, doch es wird so sein. Ich möchte etwas erreichen und dafür werde ich gerne in den sauren Apfel beißen und all den Stress, die Angst und die viele Arbeit auf mich nehmen. 
Doch heute Abend werde ich versuchen die Arbeit Arbeit sein zu lassen, ein bißchen das zu vergessen, was in den vergangen Wochen geschehen ist und versuchen, mal wieder richtig Spaß zu haben. 
In den letzten Tagen fühlte ich mich ein wenig allein gelassen. Auch wenn ich genau weiß, dass es nicht so ist, fühlte ich es doch. Dieses unangenehme Gefühl des Alleinseins. Es passiert mir selten, doch manchmal schleicht es sich eben doch ein, ohne dass man etwas dagegen unternehmen könnte. Da heißt es stark zu bleiben und nicht zulassen, dass dieses Gefühl Überhand nimmt. Heute Abend, so denkt man sich, werde ich mich wohl kaum allein fühlen. Warum auch? Ich unternehme etwas mit Feunden, ich werde mich schick machen, ich werde tanzen, lachen, singen und flirten. All das in einer großen Menschenmenge. Viel Musik. Viele Leute. Viel Lachen. Viel Vergnügen. 
Doch ist es wirklich so? Nein, ich sage euch, dass es nicht so ist. Nicht immer. Manchmal ist es völlig egal, ob man allein mit Lieblings-CD in seiner Kuschelhöhle liegt oder gemeinsam mit hunderten von Menschen zu seiner Lieblingsmusik tanzt: Allein ist allein. Wer sich allein fühlt, kann dieses Gefühl meißtens nicht verdrängen. Sicherlich kann man  versuchen sich davon abzulenken, in dem man mit anderen Menschen etwas unternimmt. Doch es kann auch sein, dass dies nicht gelingt und man sich durch den Kontakt mit anderen Menschen nur noch einsamer fühlt. Und das ist völlig verständlich. Was soll man auch denken, wenn man mit hunderten von Menschen unter einem Dach ist, aber dennoch niemanden hat, mit dem man richtig sprechen kann? Wie soll man damit umgehen, wenn überall Paare sind, und man selbst ganz allein dort steht? Mittendrin in der Masse. Und doch allein.
Trotz allem fühle ich mich wohl als Single-Mädchen. Ich bin gern ein Single-Mädchen. Ich kenne die Vorteile, genieße sie und würde zurzeit auch mit niemandem tauschen wollen. 
Und dennoch, manchmal kommen solche Gedanken und Momente auf. Momente, in denen man sich allein fühlt. Gedanken und Träume, wie es wohl wäre, wenn es anders wäre. Wie es wäre, neben einem liebvollem Zuhause auch noch einen liebevollen Mann an meiner Seite zu haben...
Doch ich versuche nicht daran zu denken. Nicht heute Abend. Werde versuchen zu tanzen, zu lachen, Spaß zu haben. Mich nicht allein fühlen. Einfach ich sein. 
Ich versuche es.


Vielleicht ist auch das ein Grund, warum wir an manchen Tagen nur so ungern unsere vier Wände verlassen möchte. Weil wir Angst vor dem haben, was uns draußen erwartet. Erlebnisse, Begegnungen, unangenehme Gefühle oder lästige Pflichten: Ganz egal, um was es geht: Manchmal würden wir am liebsten einfach die Decke über den Kopf ziehen und uns in unsere eigene, kleine Welt verkriechen, während wir die echte Welt draußen lassen. 

Doch wir werden schnell merken, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Wir können uns nicht verstecken. Wir müssen irgendwann wieder unser behagliches Nest verlassen und uns der Realität stellen. Wir müssen mit unseren Ängsten, Zweifeln und Sorgen konfroniert werden, um Verschiedenes zu erkennen. Dies kann ganz unterschiedlich sein. Vielleicht erkennen wir, dass es nur halb so schlimm ist, wie wir gedacht haben. Vielleicht sehen wir auch, dass es anderen Menschen ähnlich oder sogar ganz genauso geht. Vielleicht erkennen wir, was für uns die Beste Lösung ist. Vielleicht lösen sich Probleme schneller, als wir gedachte hatten. Wir erkennen, wir lernen, wir entwickeln uns weiter. Und das ist auch gut so. Das ist der richtige Weg. 
Wir dürfen uns gern mal ein paar Tage der Welt entziehen, im Bett liegen und nur in unseren Träumen Purzelbäume schlagen. Doch dann sollen wir uns irgendwann wieder ein Herz fassen und hinaus in die Welt gehen. Denn nur dort spielt das Leben-das wahre Leben.


Also geht hinaus und zeigt der Welt, wie stark ihr seid.
Ich bin sicher, es lohnt sich.


In diesem Sinne,
alles Liebe,
Sandra


Fotos: weheartit